Sinnvoller Erfolg als Solopreneur: Die zwölf größten Herausforderungen als Einzelkämpfer – und wie du sie mit Bravour meisterst

Sagt dir der Begriff Solopreneur etwas? Bist du vielleicht sogar selbst einer? Oder eine Solopreneurin? „Solopreneur“ ist ein Kunstwort. Es stammt aus dem amerikanischen Sprachraum, seit einigen Jahren liest man aber auch hierzulande immer häufiger von Solopreneuren und Solopreneurship. In diesen Wortschöpfungen sind zwei Bausteine enthalten: „Solo“ (allein, einzig) und „Entrepreneur“ (Unternehmer).

Was genau macht jedoch einen Solopreneur aus? Und was sind die größten Herausforderungen für Solopreneure? Darum soll es in dem heutigen Beitrag gehen.

Wie gewohnt gibt es auch diesen Text in abgewandelter Form im Biztopia-Podcast zum Hören. Hier kannst du ihn direkt abspielen:

Ein Solopreneur (oder eine Solopreneurin) baut als Alleininhaber(in) selbständig ein eigenes Business auf. Der Begriff wird manchmal unscharf verwendet, aber folgt man der Literatur, dann arbeitet ein Solopreneur nicht an bestimmten Projekten oder für einzelne Mandanten, sondern im Mittelpunkt seines Business stehen eigene Produkte und/oder skalierbare Prozesse. Das Geschäftsmodell ist in der Regel skalierbar. Der Begriff Solopreneur ist untrennbar mit dem digitalen Zeitalter verbunden. Unternehmer, die sich selbst so bezeichnen, fühlen sich häufig der digitalen Startup-Kultur verbunden und nutzen zahlreiche Online-Tools.

Streng genommen sind also diese drei Gruppen KEINE Solopreneure:

  • Klassische Selbständige, die auf Honorarbasis für fremde Auftraggeber Dienstleistungen erbringen bzw. in Projekten mitarbeiten,
  • Angehörige von freien Berufen, die für Mandanten tätig sind, wie z.B. Rechtsanwälte,
  • Freelancer, die zeitlich begrenzt an Projekten mitarbeiten und hierfür auf Stundenbasis oder zu einem zuvor vereinbarten Festpreis bezahlt werden.

Ich habe mir einmal speziell die Herausforderungen angeschaut, vor denen Einzelkämpfer mit dem Typus „Solopreneur“ stehen. Vieles in diesem Beitrag trifft übrigens auch auf Einzel-Selbständige aus den anderen drei Gruppen zu – aber eben NICHT ALLES 🙂

Übrigens, aus meiner Sicht geht es hier um kein „Besser“ oder „Schlechter“. Solopreneure sind einfach eine Sonderform der Entrepreneure. Und wie so oft im realen Leben gibt es natürlich auch Mischformen! Gerade zu Beginn des Solopreneur-Daseins sind viele parallel auf Honorarbasis für Dritte oder arbeiten als Freelancer zeitlich begrenzt an fremden Projekten mit.

Eine unternehmerische Tätigkeit als Solopreneur bietet unbestrittenermaßen viele Vorteile: So sind die Startanforderungen vergleichsweise gering, die Tätigkeit ist familienfreundlich, extrem flexibel und beispielsweise auch ideal für ortsunabhängiges Arbeiten. Wer sie ernst nimmt, ist jedoch auch besonderen Challenges ausgesetzt.

Die zwölf größten Herausforderungen für Solopreneure sind aus meiner Sicht:

 

1. Selbst-Führung

Als Solopreneur ist man sein eigener Herr (oder seine eigene Chefin) und muss sich selbst führen. Das heißt, Eigenverantwortung zu übernehmen ist ein Muss. Es ist niemand da, der einen anleitet, ermahnt oder auch einmal behutsam in den Allerwertesten tritt.

Viele Solopreneure arbeiten von zu Hause aus oder sind ortsunabhängig von wechselnden Standorten aus tätig. Hier ist die Gefahr, sich abzulenken, besonders groß. Umso wichtiger sind die eigene Selbstdisziplin und die Fähigkeit zur Selbstorganisation. Meiner Erfahrung nach ist dies in der Praxis einer der stärksten Bremser – oder positiv formuliert: einer der wirkungsvollsten Erfolgshebel.

Lösungen: Wie kann man souverän damit umgehen? Auch wenn das Solopreneur-Dasein grundsätzlich maximale Flexibilität bietet, empfehle ich, sich selbst ein festes Grundgerüst zu schaffen. Worin dies besteht, ist im Einzelfall sicher unterschiedlich. Dazu gehören können eine feste Startzeit, zu der man täglich mit der Arbeit beginnt, ein bestimmter Arbeitsort (Raum, Tisch, möglicherweise Co-Working-Space) und konkrete To-Do-Listen. Vielen hilft zudem ein virtuelles Gerüst aus Online-Verbindungen zu anderen Solopreneuren, mit denen sie sich fachlich austauschen.

Menschen sind unterschiedlich, und es ist sicherlich der beste Weg, sich zum einen – so banal es klingen mag – bewusst zu machen, dass man sich selbst führt, und zum anderen pragmatisch zu überlegen, wie man selbst „tickt“ und welche Strukturen, Prozesse und Tools man folglich braucht, damit es funktioniert. Viele Solopreneure arbeiten ohnehin agil, und am besten geht man auch diese Herausforderung agil an, sprich man probiert aus, was funktioniert, verwirft, testet neu, optimiert … Wenn Selbstorganisation und -führung wirklich nicht zu den eigenen Stärken gehören, kann es sinnvoll sein, sich externe Unterstützung zu holen, z.B. durch einen Coach oder Kollegen in einer Mastermind-Gruppe.

 

2. Setzen auf das richtige Pferd – und dranbleiben

Wie jeder andere Gründer steht man auch als Solopreneur vor der Herausforderung, überhaupt erst einmal eine geeignete Nische zu finden bzw. ein marktfähiges Produkt oder eine entsprechende Dienstleistung zu entwickeln. Dabei gilt es, sich nicht zu verzetteln, nicht den Mut zu verlieren und zu schnell aufzugeben – und gleichzeitig aber auch ehrlich zu erkennen, wenn das Pferd tot ist und man besser absteigen sollte …

Lösungen: Was kann hier unterstützen? Leider gibt es keine Patentrezepte. Wichtig erscheint mir, dass man zu Beginn für sich selbst klärt, wie man mit dem Risiko umgeht und für sich die richtige Balance findet. Für viele Gründer und somit auch viele Solopreneure kann das Lean-Startup-Konzept von Eric Ries hilfreich sein. Dazu gehört, zunächst ein Minimum viable product zu entwickeln und sich hierzu Feedback von Kunden einzuholen. Dies ermöglicht, möglichst früh viel zu lernen und die eigene Produktidee immer wieder zu verändern und zu optimieren. Dies bietet zwar keine Garantie, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass über diesen Prozess nach und nach ein gut trainiertes „Pferd“ entsteht (und man nicht blind sein Erspartes auf einen beliebigen Gaul setzt).

 

3. Was mache ich selbst, was lagere ich aus?

Die Frage, was man „solo“ tatsächlich selbst übernimmt und für welche Aufgaben man sich Dritte sucht, an die man die entsprechenden Tätigkeiten auslagert, ist für den Erfolg mit entscheidend. Denn klar ist: Auch wenn man als Solopreneur in seinem Unternehmen tatsächlich allein ist, kann man eben nicht alles selbst machen, zumindest dann nicht mehr, wenn das Business an Fahrt aufnimmt. Outsourcing ist ab einem bestimmten Punkt für die meisten Solopreneure ein Muss.

Lösungen: Hier gilt es kritisch zu schauen, was ggf. schon von Anfang an ausgelagert werden kann und soll und was erst später folgen soll, sobald dies finanziell zusätzlich möglich ist. Frage dich dazu ehrlich: Was kann ich nicht gut oder evtl. überhaupt nicht? Was will ich nicht machen? Und was mache ich vorübergehend selbst, weil ich es hinbekomme und das ersparte Geld in andere Aktivitäten stecken kann (oder zum Leben brauche)? Auslagerung ist gerade in der Anfangsphase ein Investment, das einem die Möglichkeit bietet, bestimmte Dinge überhaupt zu tun – und sich nach Möglichkeit auf das Wesentliche zu konzentrieren … Wichtig ist, nicht nur das „Ob“ zu klären, sondern auch das „An Wen“. Externe Dienstleister sollte man (fast) genauso sorgfältig auswählen wie man es bei Mitarbeitern getan hätte. Am besten holt man zuvor Empfehlungen ein und beginnt die Zusammenarbeit mit einem Test, nach dem man entscheidet, ob „es passt“ oder man doch lieber weitersucht.

 

4. Führung von Externen

Wer glaubt, dass er um Führung herumkommt, wenn er keine Mitarbeiter hat, der hat sich leider geirrt! Als Solopreneur muss man nicht nur sich selbst führen, sondern auch externe Dienstleister und möglicherweise Partner. Hierzu zählen häufig Designer, Entwickler, Buchhalter, virtuelle Assistenten bzw. je nach Branche viele weitere. Da der Externe unabhängig ist, hat man – bis auf die ganz harten Maßnahmen wie Aufkündigung der Zusammenarbeit, im Extremfall ggf. Schadensersatz etc. – nicht viele Sanktionen zur Verfügung und muss umso effektiver und eleganter führen. Wer hier nicht von Anfang an klar führt, dem können manche Dienstleister schon einmal auf der Nase herumtanzen …

Lösungen: Das Schlüsselwort zum Start heißt: Klarheit. Definiert man gleich zu Beginn die entscheidenden Parameter – vom Leistungsumfang über die Termine bis hin zu verwendeten Tools und der Art der Abstimmung im Projekt – dann sind zumindest einige beliebte Stolperfallen und Quellen von Missverständnissen aus dem Weg geräumt. Gute Kommunikation auch im weiteren Verlauf ist sehr wichtig, und wenn man selbst agil arbeitet, gilt es dies auch in der Zusammenarbeit mit Externen zu berücksichtigen. Last but not least: Auch Dienstleister sind Menschen. Sprich, fühlen sie sich „gesehen“, werden sie wertschätzend und mit gesundem Vertrauen behandelt, so danken sie dies oft mit tollen Leistungen, Mitdenken und einer gleichermaßen hohen Wertschätzung.

 

5. Die richtige Wahl von Strukturen, Prozessen und Tools

Eine deiner wichtigsten Aufgaben als Solopreneur ist, dass du die die Strukturen und Prozesse schaffst, die notwendig sind, damit dein Business sich entwickeln kann. Wichtig: Außer dir ist da innerhalb des Unternehmens niemand und es ist klar eine interne Aufgabe – daher kannst du sie an NIEMANDEN delegieren!

Dazu gehört auch, dass du dir die richtigen (digitalen) Tools auswählst. Je nachdem, was du machst bzw. anbietest, wirst du mit einer so großen Zahl an Werkzeugen konfrontiert, dass man davon schon einmal überwältigt sein kann. Und es ist durchaus herausfordernd, sich nicht all die kleinen digitalen Helferlein gleich zuzulegen, die einem von schlauen Experten empfohlen werden. Hier gilt es, auch das NEIN-Sagen zu lernen.

Lösungen: Definiere erst einmal für dich, für was deine Strukturen und Prozesse ganz konkret leisten sollen. Dann skizzierst du die einfachste Variante, die du dir hierzu vorstellen kannst. Überlege bei jedem Baustein, ob du ihn wirklich brauchst oder vielleicht zu Beginn auch ohne ihn auskommst. So kommst du schrittweise an die Kernprozesse und die passenden Strukturen heran (und sammelst separat womöglich schon schöne Ideen für spätere Ausbaustufen). Erst wenn du hier Klarheit hast, stellst du für dich fest, wofür die überhaupt und ganz konkret Tools brauchst. Dann kannst du höchstwahrscheinlich auch schon die wichtigsten Anforderungen an diese Tools benennen. Und jetzt (erst jetzt) suchst du gezielt nach passenden Werkzeugen und wählst anhand deiner Kriterien aus.

 

6. Solo bleiben?

„Ich bin solo gestartet – will ich im Business bewusst auch solo bleiben?“ Diese Frage stellt sich nahezu jeder Solopreneur früher oder später, wenn sein Unternehmen wächst. Hierauf gibt es keine allgemeingültige Antwort, sondern nur eine, die zu dir und deinem Business(modell) passt.

Während der klassische Einzelunternehmer zu Beginn seiner Unternehmertätigkeit versucht, alles selbst zu machen, weil er sich noch keine Mitarbeiter leisten kann, hat man sich als Solopreneur gezielt dafür entschieden, niemanden einzustellen. Hand aufs Herz: Zu welcher Gattung gehörst du?

Lösungen: Prüfe für dich ganz in Ruhe, welches Modell dir mehr liegt. Und schaue dann, ob das Geschäftsmodell, für das du dich entschieden hast, zu dieser Entscheidung passt: Ist es ohne Mitarbeiter skalierbar? Wie müsstest du es ggf. anpassen, falls dies nicht der Fall ist und du aus Überzeugung allein bleiben möchtest? Oder falls du feststellst, dass du doch gern ein internes Team aufbauen möchtest: Was ändert sich für dich, wenn du kein reiner Solopreneur mehr bist?

 

7. Finanzen

Die meisten Solopreneure sind darauf angewiesen, dass ihr Business – meist nach einer gewissen Anlaufzeit – finanziell so viel einbringt, dass sie (allein oder ggf. mit Familie) davon leben können. Anders als Angestellte, die allmonatlich ein Gehalt überwiesen bekommen, oder Freelancer, die häufig pro Tag/Stunde oder zumindest pro Leistung bezahlt werden, klingelt es bei Solopreneuren nur dann in der Kasse, wenn ihr Produkt Erfolg hat.

Sie stecken nicht in der berühmten „Zeit-gegen-Geld-Falle“, haben daher aber eben auch keinerlei „Zeit-gegen-Geld-Sicherheit“. Gibt es bei größeren Startups teilweise Investoren, die es möglich machen, dass sich auch die Gründer ein – wenn häufig auch nicht besonders üppiges – Gehalt auszahlen, kann ein Solo-Unternehmer davon nur träumen. Diese Situation bringt ganz besondere Herausforderungen mit sich.

Lösungen: Wichtig ist, das Thema Finanzen nicht blauäugig anzugehen, sondern vielmehr knallhart für sich durchzurechnen: Was brauche ich tatsächlich zum Leben? Wie lange reichen meine Rücklagen? Ist mein(e) Partner(in) bereit, das Abenteuer Selbständigkeit mit mir zu tragen und für eine gewisse Zeit möglicherweise einen größeren Anteil der gemeinsamen Ausgaben zu stemmen? Ist es notwendig oder sinnvoll, dass ich mir einen „Brotjob“ suche oder mich parallel als Freelancer verdinge (siehe oben – Mischformen gibt es gerade zu Anfang häufig)?

Auch danach gilt es, die Finanzen nicht komplett an einen möglichen externen Buchhalter und den Steuerberater zu delegieren, sondern sich passende Strukturen zu schaffen, die es ermöglichen, dass man als Solopreneur selbst die wichtigsten Parameter – Umsatz, Erlöse, Liquidität – stets im Blick hat. Ein wöchentlicher Cashflow ist eine gute Angewohnheit. Empfehlen kann ich auch einen Blick in das Buch Profit First von Mike Michalowicz (siehe Buchempfehlungen).

 

8. Motivation in „schweren Zeiten“

Nach der Anfangsmotivation kommt für nicht wenige Solopreneure eine Phase der Ernüchterung, vielleicht auch der Enttäuschung. Häufig läuft nicht alles gleich so glatt wie erhofft, das Businessmodell muss möglicherweise kräftig nachjustiert werden. Speziell in dieser Phase fällt es manchen Menschen extrem schwer, sich allein und ohne ein Team zu motivieren.

Lösungen: Auch hier kann ein externes Netzwerk Gleichgesinnter eine wichtige Stütze sein. Wichtig ist, dass man es sich vorher bereits aufgebaut hat, denn in solch einer Situation fehlt einem dafür oft die Energie. Gleichzeitig kann es helfen, sich auf Menschen und Dinge zu konzentrieren, von denen man weiß, dass sie einem guttun. Wer ansonsten von zu Hause aus arbeitet, macht evtl. gute Erfahrungen damit, seinen Arbeitsplatz zeitweilig in einen Co-Working-Space, ein Café oder – sofern das Wetter dies zulässt – zumindest stundenweise nach draußen zu verlagern.

Gleichzeitig ist es wichtig, sich ehrlich zu fragen, was man möglicherweise zusätzlich braucht, um durch das momentane Tal hindurchzukommen. Und sich genau diese Unterstützung dann auch zu holen.

 

9. Ängste und sabotierende Gedanken

Ein bekannter Spruch sagt, dass wohl jeder Selbständige in Gedanken schon mehrfach „unter der Brücke geschlafen“ hat. Vor solchen Ängsten sind auch Solopreneure nicht gefeit. Kann dies in einem Startup-Team oder im vertrauensvollen Dialog mit engen Mitarbeitern leichter aufgefangen werden, so ist man als „Einzelkämpfer“ mit negativen Gedanken und Ängsten erst einmal allein. Nehmen diese Überhand, können sie nicht nur dazu führen, dass es einem mental schlecht geht, sondern sie können auch das eigene unternehmerische Handeln regelrecht blockieren.

Lösungen: Ein positiv-konstruktives Mindset und eine bestimmte Haltung sind notwendig, um solchen Ängsten zu begegnen, blockierende Denkmuster als solche zu entlarven und gleichzeitig mögliche Warnsignale nicht zu ignorieren, sondern ihnen nachzugehen. Hilfreich ist in vielen Fällen der Austausch mit anderen, sei es in Gründertreffs, in einer Mastermind-Gruppe oder mit professionellen Coaches bzw. Beratern.

 

10. Fehlende „Kontrollinstanz“

Da man als Solopreneur allein unterwegs ist, fehlt eine interne Kontrollinstanz, es gibt keine(n) konstruktive(n) Mitdenker, Sparringspartner o.ä. Wer sich für den Weg als Einzelkämpfer entschieden hat, hat häufig keine Möglichkeit, mal schnell mit anderen an Ideen zu feilen, Alternativvorschläge zu bekommen oder Pros und Contras gemeinsam zu durchdenken.

Lösungen: Es ist möglich, sich diese Möglichkeiten extern zu schaffen, durch intensive Vernetzung, Coaching etc. Entscheidend ist, dass man erkennt, dass ein Sparringspartner bzw. eine „Kontrollinstanz“ nicht automatisch da ist. Wünscht man sie sich auch als Solopreneur, so muss man sie sich aktiv schaffen, Zeit und manchmal auch Geld darein investieren.

 

11. Das passende Navi

Woran erkenne ich, dass ich mit meinem Unternehmen auf dem richtigen Weg bin? Zugegeben, diese Frage betrifft nicht nur Solopreneure. Doch auch für sie gilt, dass es manchmal nicht leicht ist, das passende Navi zu finden, um sich zu versichern, dass die gewählte Straße die richtige ist oder auch, um an der nächsten Kreuzung abzubiegen oder gar einen U-Turn zu machen … Ein kompliziertes Kennzahlensystem erscheint vielen Solopreneuren unnötig, zu komplex und aufwändig.

Lösungen: Es lohnt sich, sich Zeit zu nehmen, um ein simples KPI-System zu entwickeln – ganz wenige, zentrale Kennzahlen, die Auskunft darüber geben, wo man steht (mehr dazu hier). Und was am wichtigsten ist: Man sollte regelmäßig überschaubar viel Zeit investieren, um sich die entsprechenden Werte tatsächlich zu beschaffen, sie zu analysieren und auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen!

 

12. Akzeptanz durch Dritte?

Für Partner, Familie und Freunde ist manchmal schwer greifbar, was ein Solopreneur den lieben langen Tag so tut. Er oder sie arbeitet häufig von zu Hause, fährt also weder für andere sichtbar ins Büro noch gibt es Indizien dafür, dass es sich um eine „echte“ Firma handelt, die da entsteht – gibt es doch weder Mitarbeiter noch ein Firmenschild, häufig nicht einmal physische Produkte. Der Solopreneur kann den Eindruck haben, dass er seinem Umfeld seine Tätigkeit erklären und evtl. auch rechtfertigen muss.

Lösungen: Bei Menschen, die einem wirklich nahestehen, sprich dem eigenen Partner, engen Freunden und vielleicht auch weiteren Familienangehörigen, sollte man sich die Zeit nehmen und in Ruhe erläutern, was man da so macht und wie das eigene Business (künftig) funktioniert. Ansonsten lohnt es sich zu prüfen, ob man zumindest in der Anfangsphase das „zarte Pflänzchen“ bewusst nicht mit allen teilt, damit es nicht zertreten wird, sondern sorgfältig auszuwählen, wer in dieser Phase ein guter Gesprächs- und vielleicht auch Sparringspartner ist und wer nicht.

 

… diese Liste ist sicherlich subjektiv und unvollständig. Aber ich denke, dass viele Solopreneure die eine oder andere Herausforderung wiedererkannt haben.

Wenn du selbst Alleinunternehmer(in) bist: Kennst du manches aus eigener Erfahrung? Wenn du magst, kannst du diese Zusammenstellung nutzen, um für dich zu prüfen, welche Themen für dich aktuell relevant sind – und hinter welche du getrost einen Haken setzen kannst.

Hast du Lust, dies einmal auszuprobieren? Um dies etwas einfacher zu gestalten, habe ich dir dafür ein Arbeitsblatt vorbereitet. Wie alle weiteren Worksheets steht es für dich in der Biztopia-Collection bereit. Am besten lädst du es dir jetzt gleich kostenlos herunter …

Bevor ich zu den heutigen Take-Aways komme, lass mich die Herausforderungen doch einmal mit der ARD-Methode einordnen (mehr dazu hier). Wenn du hier häufiger mitliest, erinnerst du dich bestimmt: Die Buchstaben stehen für Autor, Regisseur und Darsteller, die drei zentralen Rollen jeden Unternehmers bzw. jeder Unternehmerin. Somit auch die eines Solopreneurs oder einer Solopreneurin.

Wer unternehmerisch allein unterwegs ist, der ist in Bezug auf die Planung (als Drehbuchautor), die Steuerung (als Regisseur) und seine Bedürfnisse als Mensch (sprich Darsteller) komplett auf sich gestellt. Schaut man sich die zwölf Herausforderungen an, dann wird klar, dass sie alle drei Rollen betreffen. Für jede dieser Rollen lohnt es sich daher auch für Solopreneure zu schauen, wie diese Rollen weiter gestärkt werden können!

 

Auf einen Blick: Take-Aways

  • Ein(e) Solopreneur(in) hat sich bewusst dafür entschieden als Alleininhaber(in) ein Business aufzubauen, in dessen Mittelpunkt eigene Produkte bzw. skalierbare Prozesse stehen.
  • Es lasse sich zwölf zentrale Herausforderungen benennen, die es für Einzelkämpfer zu meistern gilt.
  • Um sie gekonnt zu lösen, ist es für Solopreneure wichtig, sie sich erst einmal bewusst zu machen und dann aktiv das aufzubauen, was man braucht, um diesen Herausforderungen zu begegnen.
  • Neben passenden internen Strukturen und Prozessen ist hier ein effektives externes Netzwerk sehr wichtig, Mastermind-Gruppen oder auch erfahrene Coachs bzw. Berater können hier ebenfalls eine wertvolle Rolle spielen.
2017-06-30T22:43:31+00:00 30. Juni 2017|

Über die Autorin:

Nina Kreutzfeldt lebt und arbeitet als Business Coach, Beraterin und Sparringspartnerin in Hamburg. Im Biztopia-Blog sowie im gleichnamigen Podcast gibt sie regelmäßig Unternehmern, Freiberuflern und anderen Selbstständigen, die mit ihrem Business sinnvoll wachsen wollen, wertvolle Impulse.